Scheitern: So stehst du wieder auf | Dr. Evi Rodemann & Andreas Hildebrandt l echt & ehrlich

Shownotes

Scheitern ist etwas, das wir lieber für uns behalten. Dabei gehören Brüche, Krisen und Umwege zu unserem Leben dazu. Wie können wir lernen, anders auf unser Scheitern zu blicken und besser damit umgehen? Darüber spricht Kim Diehl in dieser Folge mit Dr. Evi Rodemann, Theologin und Autorin von „Scheitern erwünscht“, und mit Andreas Hildebrandt, Coach und Trainer.

Transkript anzeigen

00:00:02: Es gibt Geschichten, die wir gerne

00:00:03: erzählen.

00:00:04: Von Erfolg von Wachstum

00:00:07: und dann

00:00:07: gibt es diese Geschichten ,die wir lieber für uns behalten.

00:00:10: Von Scheitern von Brüchen von Krisen.

00:00:14: Aber genau diese Brüche gehören ja zu dem Leben von uns allen dazu Und genau deshalb sprechen wir heute drüber.

00:00:20: Meine beiden Gäste sind Dr.

00:00:22: Efi Rodemann Sie ist Theologin und Event Managerin und Andreas Hildebrandt Coach & Trainer.

00:00:29: Mein Name ist Kim Diel und ich begrüße dich ganz herzlich zu Echt und Erlich, dem FTH Talk.

00:00:34: Ganz egal über welches Thema wir hier sprechen – wir sprechen echt und ehrlich drüber!

00:00:44: Ihr seid beide schon seit Jahrzehnten leitende und habt in all den Jahren auch ganz viele Brüche, Scheitern und auch Krisen erlebt.

00:00:52: Evie, wir starten mal direkt rein.

00:00:55: Was war denn für dich so die schwerste Krise als Leiterin?

00:00:59: Ich musste da sagen, ich hatte mehrere.

00:01:01: Aber sicherlich eine der schwersten oder die für mich am bedeutsamsten war.

00:01:06: Ich habe ein Jugendwerk aufgebaut in Europa und das war für mich so... Das war meine Berufung, das wurde auch ein bisschen zu meinem Baby.

00:01:18: Hab daran so viel investiert mit tausend von jungen Menschen und es war das mega krasse Privileg darin unterwegs sein zu dürfen.

00:01:26: Und dann nach ungefähr neun Jahren merke ich so irgendwas knirscht so mit dem Vorstand Und ich bin mal sehr naiv und dachte, im Jugendbereich muss er

00:01:38: auch ein bisschen normal

00:01:38: sein.

00:01:38: Ja!

00:01:39: Dann versteht nicht immer jeder Erwachsene so... Auf jeden Fall merke ich es so nie, das wurde immer schwieriger aber gleichzeitig war ich grad gefragt worden irgendwie noch drei Jahre weiterzumachen.

00:01:50: Und dann hat mir ein großes Event fertig gemacht und dann kam für mich völlig überraschend einen Anruf ...und ich hatte schon mein Mentor mit dabei weil ich dachte irgendwas ist hier schwierig.

00:02:01: Und dann wurde mir ein Brief vorgelesen, du bist ab sofort raus.

00:02:06: Genau wir wollen dich nicht mehr.

00:02:07: Wir wollen jemand Jüngeres und was immer sie so da irgendwie hatten.

00:02:11: Das war für mich ... das war der brutalste Tag meines Lebens!

00:02:15: Wenn ich das anzeigen könnte als Schwärztes als Sparzer-Tag, das ist mein Herz gebrochen

00:02:22: an dem Tag.

00:02:23: Ich glaube gerade wenn Du auch so viel rein investiert hast.

00:02:26: Ja,

00:02:28: das war richtig schwer.

00:02:29: Ich würde auch sagen im Nachhinein ... Man weiß ja nicht immer wie dunkel manchmal auch das Herz ist so aber ich würd schon sagen, ich hab wirklich in die Schwärze meines Herzens gesehen.

00:02:42: Das war für mich brutal.

00:02:44: Ich brauchte euch echt über ein Jahr um aus diesem Loch rauszukommen und mich neu zu ... Situieren, wer bin ich?

00:02:53: Wer bin ich auch ohne meine Positionen.

00:02:55: Weil mein Identitäter mit irgendwie zusammenhangt und ... Also es war wirklich sehr schwer.

00:03:01: Bis zu, muss ich leider sagen bis zur Suizidgedanken.

00:03:04: Als Leiter, wo ich dachte so, wer will jetzt jemals noch was mit mir machen darf ich noch als Leiterin unterwegs sein?

00:03:09: Und das war wirklich Sehr sehr schwer.

00:03:13: Wie lange ist das jetzt her?

00:03:14: Zehn Jahre?

00:03:15: Okay

00:03:16: Ja und ich merke immer wieder Obwohl ich denke zehn Jahre ist eigentlich ja so lang Merke ich immer wieder, wenn ich drüber rede wie die Emotionen in mir hochkommen.

00:03:25: Ist vielleicht nicht mehr der krasse Schmerz aber es ist trotzdem wo ich denke ach du meine Güte!

00:03:30: Weil eigentlich möchte ich ja eher als die erfolgreiche Efi unterwegs sein und dann denkst du nee und ich weiß ja das war sicherlich nicht die letzte Krise meinem Leben so.

00:03:39: Ja zehn Jahre ist es her hast Du gesagt was würdest du denn wenn du jetzt drauf zurückblickst sagen?

00:03:45: Was hast du dadurch auch vielleicht in den letzten Jahren gelernt?

00:03:48: Ganz viel.

00:03:50: Zum einen, man kann nicht jede Situation irgendwie retten.

00:03:53: also ich war in diesem Prozess mit drin Ich weiß noch ein Jahr später dass ich das gerne klären wollte mit dem Vorstand und die waren aber nicht bereit Also zu akzeptieren dass man manchmal Situationen hat die Damals gefühlt was wie eine offene Wunde ich konnte.

00:04:07: ich konnte nichts machen außer zu sagen ich lasse los Ich lasse das bei Gott Und ich vergebe mir selbst für die Fehler, die ich gemacht habe und vergebe den anderen was immer sie mir dann angetan haben.

00:04:20: In diesem Prozess reinzugehen.

00:04:23: Ich glaube noch viel wichtiger für mich war dieses zu wissen wer bin ich wenn alles von mir weggenommen ist das mir so wichtig und wertvoll war.

00:04:31: Zu wissen dass ich immer noch ein geliebtes Kind Gottes bin!

00:04:35: Das B., dass meine Position nicht entscheidend ist dafür wie Gott mich sieht.

00:04:41: Und auch das war super wichtig für mich.

00:04:43: zu wissen, dass das was Gott mir geschenkt hatte.

00:04:46: Auch vielleicht jetzt was ich sage Berufung wo ich wofür ich leben sollte war nicht weggenommen.

00:04:51: Ich dachte alles wäre weg.

00:04:52: in dem moment was für mich grausam so und dann aber zu merken nein Das was gott mir an vertraut hat brauche es einen neuen kanal eine neue vor Die zu finden, das war nicht leicht.

00:05:02: Aber auf dem Weg dahin und zu sagen, nein ... ich habe mich einmal entschieden mit diesem Gott durchs Leben zu gehen, mit Jesus.

00:05:09: Und der wird irgendwie ... Der wird sich kümmern!

00:05:12: Mega.

00:05:13: Vielen Dank fürs Teilen.

00:05:15: Andreas, wie war es bei dir?

00:05:17: Welcher Bruch in deiner Leitung hat dich am meisten verändert?

00:05:22: Ich hab quasi ... Das war eine Zeit, da war ich ... twenty-fünf Jahre, sechsundzwanzig Jahre Pastor.

00:05:30: Ich wollte nie Pastor werden an meinem Theologiestudium.

00:05:32: Ich bin da reingerutscht und habe aber eine Leidenschaft entwickelt, wie ich sie mir selbst nicht zugetraut hätte mit Gemeindegrundung weiterentwicklung.

00:05:41: Ich kam aus einer heilen Welt und bin dann in eine andere Stelle gekommen die eigentlich passte und eigentlich stimmte von allen Seiten alles.

00:05:50: Aber es entwickelte sich schon in den ersten Monaten so viel Problematisches.

00:05:56: Das wurde immer mehr und immer schlimmer.

00:05:59: Missverständnis, Fehler von mir, Fehler anderen, schlechte Absprachen bis zum Mobbing, was man nicht glaubt das im Gemeinde möglich wäre so dass ich nach etwa anderthalb Jahren in Schlüsstrich gezogen habe und gekündigt habe.

00:06:19: Da hatten wir als ganze Familie uns entwurzelt, meine vier Kinder im Teenager-Alter.

00:06:26: Wir hatten ein Haus gebaut ... Ich hab selbst sehr viel gemacht daran, dass ... Im Grunde genommen ist meine Berufung dadurch hopsgegangen.

00:06:39: Ich saß beim Arbeitsamt und man sagte mir, sie sind nicht vermittelbar so mit dem was Sie mitbringen.

00:06:45: Weil du für uns seit Jahren Pastor warst?

00:06:47: Ja genau ich war ein Pastor an der Freikirche und im Grunde genommen nur in diesem Rahmen vermittel bar.

00:06:53: mein Bundessekretär sagt dann also der Vorsitzende meines Vorgesetzter quasi er sagte wir finden für dich etwas anders.

00:07:00: sag du wie soll ich denn jetzt?

00:07:02: ich habe meine Kinder entwurzelt das würde ich nicht noch mal machen stand ich vor dem Scherbenhaufen und musste erst mal selbst damit klarkommen.

00:07:12: Und mit meinem Gottesbild klarkommern, was hat das mit Gott zu tun?

00:07:16: Weil eigentlich ... hab ich immer einen fürsorglichen, väterlichen, liebevollen Gott geglaubt.

00:07:24: Jetzt ist es bei den ganzen Leben quasi mein alles, was ich bis dann aufgebaut habe in wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

00:07:32: Lass uns mal tiefer reingehen.

00:07:33: Wie hat sich dein Gottesbild dadurch verändert?

00:07:36: Das war schon krass.

00:07:37: Also ich habe mein naives, kindliches ... Kindlichen Glauben verloren.

00:07:45: Weil so viele Fragen waren und damit kam ich am Anfang nicht klar.

00:07:51: Und jemand sagte mir ja du hast einen Erwachsenenglauben bekommen?

00:07:57: Nee, ich hab auch keinen Erwachsenglauben bekommt.

00:08:01: Ich traue immer noch diesem naiven Vertrauen an Gott hinterher.

00:08:07: Wie ein Kind, das in der Nähe seines Pappers ist und man weiß ... Ja, der macht das schon!

00:08:14: Und

00:08:14: er meint's gut.

00:08:14: so in allem?

00:08:15: Jetzt

00:08:15: ist

00:08:15: alles anders gelaufen.

00:08:19: Ich hab viele Fragen und ich habe nicht den Anspruch, dass diese Fragen beantwortet werden.

00:08:24: Weil ich sehe das bei den Männern und Frauen in der Bibel und auch in der Kirchengeschichte nicht so, dass alle Antworten bekommen haben.

00:08:31: Deswegen hab ich diese ... Wir sind Anspruch nie gehabt, aber ich hab sie noch.

00:08:36: Und das hindert mich dieses kindliche Vertrauen wiederzuhaben.

00:08:40: Also da ist total viel zerbrochen und ich bin ja nicht lang ... brauchte lange um da einigermaßen darüber hinwegzukommen muss man wirklich sagen.

00:08:50: Brüche und Scheitern gehören zu unserem Leben dazu.

00:08:54: Ich glaub wir haben das alle auch die hier zuschauen schon mal erlebt solche tiefen Krisen oder Momente des Scheitens.

00:09:01: Und trotzdem schreibst du in deinem Buch oder gleichzeitig schreibste du in deinen Buchscheitern erwünscht, Evie.

00:09:07: Dass viele Leitende nicht mit Schmerzen umgehen können.

00:09:11: Woran

00:09:12: machst Du das konkret fest?

00:09:13: Also einmal an Statistiken aus dem unterschiedlichen amerikanischen Raum und wo auch immer.

00:09:20: Einer der Bücher, die ich in dieser Zeit gelesen hatte war von Samuel Chunt über Schmerz in Leitung.

00:09:25: Und er sagte irgendwie es gibt nur noch irgendwie zwanzig Prozent aller Menschen diesen Pastoren wenn sie in Rente gehen.

00:09:31: Der Rest hat irgendwo auf den Weg dahin abgebrochen oder beendet oder was auch immer.

00:09:35: also das ist ja einer von fünf, der das vielleicht noch geschafft hat.

00:09:41: Und ich merke in diesem Prozess jetzt selber, weil ich auch über das Scheitern rede.

00:09:45: Nicht gerne!

00:09:45: Also auf der einen Seite denke ich ja oh nein, ne?

00:09:48: Ich möchte es ja gar nicht.

00:09:48: Aber auf der anderen Seite merke ich so dieses... Es hilft ja Menschen anzudocken auch an dem Schmerz.

00:09:53: und da sagte ein Theologe mal, der sagte wenn Wunden auf andere Wunden treffen dann passiert Heilung.

00:09:59: und da wünsche ich mir dass das was sich erlebe auch um mich rum, dass das leitende, das junge Leitende die die Weggemeinschaft finden, miteinander unterwegs zu sein und zu sagen Schmerzen gehören mit dazu.

00:10:13: Also ich sag mal wenn du andere Menschen glücklich machen willst verkauf Eiscreme aber dann werde nicht irgendwie Führungsverantwortliche so Aber dieses bewusstig zu entscheiden Zu sagen wenn ich diesen Weg gehe in Verantwortung Dann heißt das auch eine Medaille hier mit zwei Seiten soll es heißt leiten und leiden.

00:10:30: also Ich kann egal wo ob Wirtschaft oder Gemeinde ich kann das nicht voneinander trennen Und das wünsche mir dass wir ein Stück was mehr erwarten, mehr mit einbauen.

00:10:39: Also ich will den Schmerz nicht aber auch zu sagen er gehört auch mit dazu.

00:10:43: Ich glaube das braucht diese Akzeptanz in dem Ganzen.

00:10:47: Du investierst dich ja auch sehr viel in die junge Generation und willst die ausrüsten und prägen?

00:10:53: Und

00:10:54: ja die einfach ermutigen nimmst du da was ähnliches war also fällst denn ähnlich schwer mit diesen Schmerzen umzugehen oder nimmste dann eine größere Offenheit

00:11:03: wahr?

00:11:06: Von dem, was ich wahrnehme, würde ich sagen sie gehen offener mit ihren Verletzungen um.

00:11:11: Aber ich glaube... Ich weiß nicht wie es dir dabei geht, Andreas.

00:11:14: Ich glaube, ich muss aber sozusagen auch den Raum öffnen dafür.

00:11:17: also Ich arbeite unter anderem für eine Losander-Bewegung.

00:11:20: Da sagen wir immer, als Leitende gehen wir

00:11:22: voran.".

00:11:23: Wenn wir so kleinen Gruppen haben mit jungen Leitenden ... Dann muss der Mentor oder der Leiter in der Gruppe erst seine Hosen runterlassen und sagen, das war richtig schwer!

00:11:32: Hier hatte ich meine Glaubenskrisen, Zweifel und hab es nicht gesehen.

00:11:35: Und dann damit den Raum öffnen für die anderen.

00:11:38: Wenn wir das aber sozusagen tun, merke ich, dass die jüngeren Generationen das möchte, das braucht.

00:11:44: Die Sachen sagen, wie gehst du denn jetzt ehrlich um?

00:11:47: Jetzt bist du da gescheitert, Evie.

00:11:49: Aber wie bist denn wieder aufgestanden?

00:11:50: Erzähl mal an dem wieder anzudocken!

00:11:53: Ich glaube wenn wir diesen Raum ihn bieten, kann ganz viel miteinander heile werden.

00:11:59: Dann ist es auch weniger scham behaftet dass ich jetzt irgendwie ein Fehler gemacht habe oder dass er mich für etwas entschuldigen

00:12:04: muss.

00:12:04: Ja

00:12:05: warum mache ich genauso?

00:12:06: also... Ich glaub, das ist total wichtig als Leiter voranzugeben.

00:12:10: Aber da muss man es auch selbst mal erlebt haben und das sehe ich bei vielen Leitern eben nicht so.

00:12:16: Sie kommen selbst aus Situationen manchmal ... wo sie nicht offen über Fehler und Versagen und Zerbruch gesprochen werden konnte.

00:12:25: Und deswegen sind's ja oft unfähig, dass auch zu tun.

00:12:29: Wenn man das aber gelernt hat vielleicht durch eigene Krisen gelernt hat, plötzlich wird man zu einem Segen für andere.

00:12:37: Weil man das vorlebt, was du sagst.

00:12:39: Also würdet ihr sagen uns fehlen sozusagen die Vorbilder, die es vormachen?

00:12:44: Dass es okay ist zu scheitern und auch zu benennen?

00:12:48: Ja ich ... Das hab' ich ganz oft erlebt.

00:12:50: Ich erinnere mich an einen jungen Mann der kam zu uns in den Gemeinden und sagte mir Er kommt deswegen zu uns weil er nicht ständig gesagt bekommen soll er soll mehr glauben weil er depressiv ist.

00:13:03: Der kommt kam aus einem Umfeld Kirche, wo man über Versagen und in der Schwachzeit oder so eine tiefe Zeit ... In Depression ist manchmal ganz sehr schlimm.

00:13:16: Wo er das nicht offen darüber reden konnte.

00:13:19: Immer nur gesagt bekommen hat, das fehlt dir noch, das musst du

00:13:23: tun.".

00:13:23: Und er kam dann gern zu uns, weil das hatte das Gefühl ja hier kann man, hier kann ich offen darüber reden.

00:13:31: Ich glaube, das ist kein Einzelfall.

00:13:33: Das sind sehr viele die in einem Umfeld Christ sein Leben müssen, wo sie das nicht können.

00:13:42: Du hast gesagt, Andreas, das hat ja was mit deinem Gottesbild gemacht und ich frag mich ob ganz viel davon mit meiner eigenen Theologie zusammenhängt?

00:13:51: Mit dem wie auch Gott sehe also sehe ich ihn als guter Vater aber auch sehe ich ihm als jemand der mich vor allem beschützt.

00:14:01: Ich hab das immer drin, bisschen diesen naiven aber auch schlechten Glauben.

00:14:05: Diesen Wellness-Glauben nach dem Motto jetzt bin ich mit Jesus unterwegs und alles wird gut!

00:14:09: Und ich weiß dass neue Testament ist voll von Menschen angefangen bei alten Testament Aber voll mit Menschen die irgendwie ihre Fehler hat, ihre scheitermomente und beim Herzlichkeit im Gnade war da wenn sie sich an Gott gewandt haben.

00:14:22: Nee, ich muss das jetzt nicht passieren.

00:14:27: Ich bin mit Jesus unterwegs und dann denkst du, wo hab ich diesen falschen Glauben aufgeschnappt?

00:14:35: Und denke, dieses Wellness-Ding, das muss ich mal leben!

00:14:38: Das ist der Umkehrschluss so... Jesus hat mich ganz besonders lieb, dann geht's mir richtig gut.

00:14:42: Wenn ich in eine Krise komme, muss ich mich fragen ob ich noch eine gute Leiterin oder Leiter bin.

00:14:48: Noch eine gute Christin oder Christian.

00:14:50: Da mach ich viel mit meiner Theologie.

00:14:52: Wünsche mir ein Stück, eine andere Theologie der Resilienz oder des Leidens entwickeln.

00:14:57: Und sagen ... gehört auch mit dazu?

00:15:00: So!

00:15:01: Ja.

00:15:02: Du hast ja das Buch geschrieben Scheitern erwünscht wo du eben dieses positive Bild im Hinblick auf Scheittern so entwickelt hast.

00:15:10: was hat sich bei dir persönlich da in deinem Denken verändert?

00:15:12: also wenn du sagst du kommst eigentlich daher zu sagen hey wenn ich mit Gott lebe dann muss alles gut sein.

00:15:18: gab's so ne Erfahrung die da deinen Denken irgendwie verändert

00:15:21: hat.

00:15:22: Ja, ganz mehrere bestimmt auf dem Weg.

00:15:25: Aber eine, die mir das direkt einfällt... Ich war als Kurzzeit-Missionaren nach Afrika und dachte so ist bin ich mit Jesus unterwegs?

00:15:33: Meine Kirche hat mich auch noch ausgesandt!

00:15:35: Das wird

00:15:36: alles

00:15:36: super!".

00:15:37: So, und mit meinem euphorischen Elan lande ich da.

00:15:41: Und Tag eins und eine Moskito irgendwie erwischt mich ... Ich bin richtig krank!

00:15:46: Also, ich werde richtig krang.

00:15:47: Ich war wochenlang nicht fähig irgendwas zu tun.

00:15:51: Noch konnte ich französisch mich irgendwie mit jemandem unterhalten?

00:15:55: Es war also einsam... Und dann kam eine Missionärin an mein Bett und Gott hatte ihr gesagt sie sollte Melida über Gnade zu singen.

00:16:04: Und das hat sie gemacht.

00:16:05: Die konnte nicht singen, und ich so bitte Gott lass die nicht so oft kommen!

00:16:08: Aber jemand spricht dir das zu was du selbst vielleicht nicht mehr glauben kannst.

00:16:14: Das hat mir so viel Mut gemacht, dass Gott eine ältere Dame an mein Bett schickt und sagt so hey egal ob du jetzt erfolgreich bist als Leiterin oder Missionaren darum geht es gar nichts sondern einfach bist du treu bist du mit mir unterwegs und hast du mich einfach lieb?

00:16:31: Ihr habt mehrfach schon die Personen in der Bibel erwähnt, die ja auch Leiden und Leiten gemeinsam erleben.

00:16:38: Andreas was würdest du denn sagen mit welcher Person aus der Bibels kannst du dich da besonders identifizieren?

00:16:44: Mit nicht wenigen aber besonders mit Josef.

00:16:48: Joseph ist für mich an dem Punkt ein unglaubliches Vorbild.

00:16:54: Der hat ja erlebt dass seine eigenen Brüder ihn verkauft haben als Klaven.

00:16:59: Man hätte sein ganzes Leben mit verbringen können, ihnen hinterher, ihnen Vorwürfe zu machen und ihnen weiß was an Hals zu wünschen.

00:17:07: Dann kommt er in diesen Haushalt von dem Potifar.

00:17:10: der Chef der GSG-Neun, sage ich mal vom Pfarrero, erlebt ganz viel Erfolg.

00:17:15: zuerst und dann wird er von seiner Frau angeschwertzt ... dass er sich vergewaltigen will.

00:17:23: Er landet ja im Gefängnis, er hätte in ganzes Leben lang Zeit gehabt dem Poti-V oder seiner Frau böse zu sein.

00:17:30: Wir kommen aus Gefängnissen, er muss da ganz anfangen an sehr wahrscheinlich bei den Latrinenputzen ein Jahr verbringen arbeitet sich hoch erzählt jemand einem Traum und sagt ihm noch als letztes erinnere dich bei mir wenn du beim Fahrer auch wieder zurück bist Und was, der vergisst ihn wieder.

00:17:48: Hätte er und so eine Geschichte ... Ich bin so begeistert von dieser Geschichte!

00:17:55: Man liest nichts von ihm, dass er irgendwie bitter geworden ist.

00:18:00: Er scheint immer wieder mit seiner Vergangenheit Frieden geschlossen zu haben und Menschen vergeben zu haben.

00:18:06: Und da wo er ist das Naheliegende zu tun.

00:18:10: Gute Latrinen putzen, was auch immer.

00:18:14: Das, was dran ist so jemandem anderen helfen der ihm gerade über den Weg läuft.

00:18:19: Da steht er bemerkt dass sie traurig waren diese zwei mitgefangenen.

00:18:23: und wenn man dazu in der Lage ist trotz dieser Geschichte jemand andern empathisch wahrzunehmen dann ist da viel Heilung passiert und das beeindruckt mich total.

00:18:35: Ein Auf und Ab in seinem Leben, wie es nicht schlimmer sein kann.

00:18:39: Aber nicht verbittern!

00:18:41: Und das hat mich total ermutigt diese Geschichte immer wieder.

00:18:43: Ich finde es ein ganz spannender Punkt was du sagst dass er's geschafft hat nicht bitter zu werden... ...und ich frag mich immer wieder wenn ich auch gerade Menschen die schon achtzeh Jahre alt sind oder so sehe die eben nicht bitter geworden sind.

00:18:57: Wie haben die das geschafft?

00:18:59: Weil es gibt auch so oft das andere.

00:19:02: Was würdet ihr denn sagen,

00:19:03: wie

00:19:03: schafft man es trotz der Krisen und Schmerzen, die das Leben einem bereitet, am Ende nicht bitter zu sein?

00:19:12: Ich glaube, ist eine Entscheidung.

00:19:13: Das hast du gerade bei Josef so schön gesagt.

00:19:15: Ich hätte ihn auch genannt!

00:19:18: Der hat sich immer wieder entschieden auf Gott zu vertrauen.

00:19:22: Obwohl er vergessen wurde oder nicht gesehen.

00:19:26: Ich mich immer wieder dazu entscheiden muss, zu sagen jetzt nehme ich bewusst Gott in diese Situation mit hinein.

00:19:32: Und traue auch Gott diese Situation zu, dass er etwas damit machen kann und lade ihm bewusst ein mir also zu zeigen was sind vielleicht daran die Fehler?

00:19:42: Was muss aufgeräumt werden?

00:19:44: Ich bin jemand der dann gerne auch Sachen verschriftlicht manchmal oder noch verbrennt so aber dieses Etwas zu sortieren in dem Ganzen zu gucken was war meine Rolle was war die Rolle des anderen und dann auch zu sagen am Ende will ich Gottes Vergebung drüber haben, weil der ist der Genie, der mich liebt.

00:20:00: Also egal was ich getan habe wenn ich zu ihm komme dann hab' ich die Chance bei ihm diese Vergebungen zu bekommen und das glaube ich das hilft mir dann ja auch mich selbst von mich selbst zu befreien.

00:20:11: Und das würde ich sagen ist einer für mich der Schlüssel aber auch Menschen auf dem Weg dabei zu haben die mir da noch Korrektur geben.

00:20:16: oder auch es gab eine Zeit da konnte ich einfach nicht mehr glauben.

00:20:20: Ich hab das Gefühl, ich war so wie leer geheult.

00:20:22: Also in dieser Krise da war ich einfach fertig.

00:20:26: und dann aber Menschen zu haben christliche Geschwister um mich rum die gesagt haben eh viel wenn du grad nicht glauben kannst wir glauben für dich oder wir glauben mit dir.

00:20:35: Und dann ich so oh wow!

00:20:37: Und die mich nicht irgendwie gejudgedst haben nach dem Motto Wie kannst Du jetzt und Christian hast nicht gesehen?

00:20:42: Also dieses Miteinander unterwegs zu sein?

00:20:45: Das war für mich oft lebensrettend.

00:20:47: Ergänzung von dir?

00:20:49: Also Thema Vergebung ist, glaub ich.

00:20:50: Der Schlüssel und das da finde ich am Christen so einen Vorrecht ein Vorteil gegenüber allen anderen Glaubensrichtungen oder auch Denkrichtungen weil wir von Vergebungsleben erst mal Vergebungen.

00:21:05: mir selbst ja ich gucke manchmal Scheitern zurück und denke das hat was mit ihr zu tun kann ja auch sein Und dann mir zu vergeben und zu wissen dass es ein Gott der vergibt mir Und dann anderen auch zu vergeben.

00:21:19: Ich weiß, in dieser Zeit habe ich so eine Reha nachher gemacht und hab da ne Person getroffen in der Reha... ...und mit dieser Person habe ich ganz viel durchgesprochen und eine Person nach den Andern vergeben!

00:21:30: So ganz bewusst ist alles aufgeschrieben und vergeben!

00:21:35: Und ich erinnere mich an ein Ehepaar das hat einen gewaltverbrechernden kleinen Sohn verloren, durch einen Gewaltverbrächer Das Leben so.

00:21:44: Und dann sagte der Reporter, fragte dieses Ehepaar warum vergeben sie den Mörder?

00:21:49: Dann sagt er damit unsere Seele nicht vergiftet und habe ich zum ersten Mal kapiert wie wichtig Vergebung an dem Prozess ist um wieder heil zu werden.

00:21:58: Ich glaube das war ein Schlüssel bei mir, mir selbst zu vergeben und anderen zu vergehen.

00:22:04: Jetzt gucke ich zurück auf die und denke an diese Leute.

00:22:07: Manchmal juckt's mich dann, aber grundsätzlich bin ich das sehr gelassen.

00:22:12: Kann da auch hingehen und kann mich mit Leuten treffen und gar kein Problem mehr

00:22:16: haben.".

00:22:17: Ich finde man spürt euch beiden wirklich ab, dass ihr eben nicht bitter geworden seid!

00:22:22: Danke, das ist cool.

00:22:25: Evi du hast gesagt dir es auch während der Zeit immer mal wieder voll schwer gefallen zu Gott zu kommen oder überhaupt zu glauben und trotzdem bist du ja heute immer noch Leiterin.

00:22:36: also du bist dran geblieben.

00:22:38: was würdest du denn sagen?

00:22:40: warum hast Du weiter gemacht?

00:22:41: Was hat Dir da Kraft gegeben?

00:22:43: Ich glaube weil ich mich als erst nicht als Leiterinn darüber definiere sondern ich definier mich über das Kind sein Gottes.

00:22:50: Das musste ich in meinem Kopf immer wieder auseinanderhalten, manchmal heute noch.

00:22:56: Dass diese Kindschaft Gottes seine Tochter zu sein ist das wertvollste und kostbarste.

00:23:01: Ich weiß nicht ob ich am Ende meines Lebens noch in Leitung sein werde oder nicht Aber ich habe mich entschieden als zehnjährige diesem Jesus nachzufolken.

00:23:10: Und eine der Sachen die mir bis heute wichtig sind, dass ich treu sei möchte Treu sei mit dem was er mir gibt.

00:23:19: Und dann ist das vielleicht nicht immer so Masse und Groß, sondern es war einfach nur der Einzelne, der gerade irgendwie mich braucht für etwas.

00:23:27: Aber das habe ich gesagt.

00:23:29: Das ist mir super wichtig.

00:23:31: Genau!

00:23:31: Es gibt so ein Kind, da ließ sich... Ich hab entschieden Jesus nachzufolgen.

00:23:34: So I have decided to follow Jesus und das ist immer wieder etwas... Manchmal muss ich auch unter Schmerzen repetieren, aber das ist für mich das was für mich immer wieder Ausgangspunkt ist.

00:23:46: Jetzt ist es ja eine Sache, so im Rückblick zu sagen wie auch ihr jetzt so sagt.

00:23:50: Das ist schon ein bisschen länger her ne?

00:23:52: Ihr habt unglaublich viel dadurch gelernt Zeit gewachsen gereift.

00:23:56: aber wenn man mitten drin steckt das kennt ihr selbst das kann man auch immer wieder durch.

00:24:00: Es ist richtig hart und da hat man oft nicht diese Perspektive von Ja dadurch werde ich wachsen und reifen.

00:24:07: Was kann man dann wenn man Mitten in dem Moment

00:24:09: isst?

00:24:10: was kann man da tun um irgendwie Durch dieses Tal durchzunavigieren?

00:24:16: Nummer eins.

00:24:18: Was ich nicht gemacht habe, aber jetzt im Nachhinein jedem raten würde, ziehe dich nicht von Leuten zurück die dich ermutigen oder dich mittragen wollen.

00:24:29: Das hab' ich nämlich gemacht.

00:24:30: Die haben mich komplett zurückgezogen und mich haben Leute angerufen, die haben mich Jahrzehnte nicht angerufen.

00:24:35: Aber plötzlich waren sie da und ich finde es unglaublich dass sich um mich kümmern wollten.

00:24:40: Ich hab das erst mal nicht zugelassen, musste damit irgendwie klarkommen.

00:24:43: Das war das erste was ich ... für mich jetzt lernen würde und jemandem raten würde es anders zu machen.

00:24:52: Dann auch einfach zu sehen... Auch jeder Zerbruch hat wirklich eine Chance.

00:24:58: Auch wenn man das jetzt nicht wahrnimmt aber ist so Wenn man Gott sein Leben ausgeliefert hat dann ist keine Krise eine Pleite Sondern Ich.

00:25:10: mir hilft immer dieser Satz, Gott kann auch aus ... Scheiße Dünger machen.

00:25:16: Ja?

00:25:17: Kann er!

00:25:18: Er kann aus dem ganzen Mist und bei mir ist dadurch so viel in Bewegung gekommen, wofür ich dankbar bin seitdem.

00:25:23: Das wäre nie passiert, wenn ich diese Krise nicht gehabt hätte.

00:25:27: Und da hat Gott eine Perspektive.

00:25:32: Warum sollte ich erwarten, dass es mir besser geht in dieser kaputten Welt als vielen anderen Menschen?

00:25:38: Nicht auf allem, auf alles habe ich eine Antwort.

00:25:42: Aber ich brauche das auch nicht.

00:25:44: Gottes da.

00:25:44: wie du sagst ist es wichtiger sich an den festzuhalten was er mir versprochen hat und alles andere wird sich irgendwie richten hoffentlich.

00:25:53: Und ich wünsche dir der du vielleicht gerade darin steckst dir die Zeit zu geben auch erstmal den Schmerzen die schmerzen zu ertragen auszuhalten Und dann auch die Chance nutzen zu sagen, welche Fragen stellt jetzt diese Krise an mich?

00:26:11: Was kann ich daraus lernen und welche Menschen habe ich um mich rum, denen ich meine Geschichte erzählen kann.

00:26:16: Mama hilft es aus den schmerzlichen Geschichten, die öfter mal zu erzählen.

00:26:21: Damit bekommen sie auch weniger Macht.

00:26:23: Am besten mit Gott dabei!

00:26:25: Hey vielen Dank euch beiden für euer ehrliches Teilen.

00:26:28: Danke dass ihr hier wart.

00:26:31: Gerne.

00:26:32: Wir haben über Scheitern gesprochen, aber wir haben auch über Hoffnung gesprochen.

00:26:37: Danke dir, dass du dabei warst!

00:26:39: Bald geht es weiter mit Echt und ehrlich und ich freue mich wenn du wieder einschaltest.

00:26:43: Tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.